Damian Brot

Ukrainische Ostern im Open Place

279103790_1249848785542340_7818441895569662296_n (Foto: Benjamin Arntzen)

Die Geflüchteten aus dem Kriegsgebiet feierten in Kurzrickenbach einen ökumenischen Gottesdienst zum orthodoxen Osterfest.
Inka Grabowsky,
Ostern ist für die orthodoxen Christen in der Ukraine ein wichtiges Fest. Um den rund 200 Geflüchteten, die sich in Kreuzlingen und Umgebung aufhalten, das Aufrechterhalten der Tradition auch im Exil zu ermöglichen, hat das Open Place der evangelischen Kirchgemeinde ihnen die Türen geöffnet. Die Ukrainer selbst organisierten Programmpunkte für einen gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst. Gedichte, Klavierstücke und Lieder wechselten sich ab. Für die Osterpredigt lud Pfarrer Damian Brot seinen ehemaligen Vikar Aliaksandr Kuzmitski ein, der nach seiner Ordination nun als Pfarrer in Graubünden tätig ist. Durch seine Wurzeln in Weissrussland spricht der Theologe Russisch. Die Sprache ist den Ukrainern seit Kriegsausbruch zwar nicht mehr sympathisch, aber eben doch verständlich. Auf Russisch und anschliessend auf Deutsch verglich Kuzmitski das Leid der Ukraine mit dem Leidesweg Christi und zog daraus Zuversicht: «Das Kreuz geht in die Auferstehung über. Die Dornenkrone wird zum Siegeskranz. Gott lässt auch das Land wiederauferstehen.»
Die orthodoxe Liturgie darf nur von geweihten Priestern der Kirche benutzt werden, das «Unser Vater» aber gilt für alle Christen weltweit. Die 180 Besucher des Gottesdienstes – Ukrainer und ihre Schweizer Gastgeber - beteten es in ihrer jeweiligen Sprache. Die Lesung aus dem Johannes -Evangelium (1, 1 -17) erfolgte ebenfalls auf ukrainisch und deutsch.

Eine erste Bewährungsprobe hat in der Vorbereitungszeit für das Fest die neue Küche im Open Place bestanden. Die traditionellen ukrainischen Osterbrote wurde hier gebacken, die bunten Eier für den Apéro gekocht und bemalt. Nach dem Gottesdienst wurden die Kirchenbänke zur Seite geräumt, um Platz für das gemeinsame Essen zu schaffen. «Wir müssen versuchen, das Beste aus der dunklen Situation zu machen», hatte die Ukrainerin Galja in ihrer Begrüssung auf deutsch und ukrainisch gesagt. «Es wird wieder hell werden. Hier in der Schweiz treffen Ukrainer zusammen, die zuhause nie etwas miteinander zu tun hatten. Aber hier werden wir zusammenhalten.» Das Fest mit den vielen Begegnungen untereinander dürfte dazu beigetragen haben.

» Siehe auch Artikel in der Thurgauer Zeitung
Bereitgestellt: 25.04.2022     Besuche: 3 heute, 128 Monat 
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