Doris Münch

Und richte unsere Füsse auf den Weg des Friedens

Bild 6 Gruppenbild (Foto: Doris Münch): Pilgergruppe

In drei Tagen zu Fuss von Fischingen nach Einsiedeln
Doris Münch,
Unterwegs auf dem Jakobsweg bestieg eine Pilgergruppe aus unserer Kirchgemeinde an Auffahrt zuerst das Hörnli, wo uns eine Überraschung erwartete: Elisabeth Spielmann (Diakonin in Ausbildung) hatte uns Kaffee, Getränke und Biberli auf den Berg gebracht, weil das Restaurant geschlossen war. Dankbar nahmen wir dieses tolle Angebot an.

Frisch gestärkt gings dann runter nach Steg und weiter nach Gibswil, wo Erholung, reservierte Zimmer und ein feines Nachtessen auf uns warteten.

"Und richte unsere Füsse auf den Weg des Friedens", war ein Lied, mit dem wir unsere Pilgertage starteten. Kurze Impulse gehörten zum Tag dazu und strukturierten unsere Geh-Zeit.

Ein Höhepunkt unserer Pilgerwanderung war die überraschende Begegnung und Bewirtung im Pilger-Stübli bei einem alten Ehepaar.

In Rapperswil angekommen, hörten wir die Legende von der Hirschkuh, die bei der Jagd verschont wurde, für ihr Leben dankte und damit den Grafen von Rapperswil so rührte, dass er sie und ihre beiden Jungtiere in einem Gehege grossziehen liess. Wegen dieser Legende hat es bis heute unter dem Schloss Rapperswil einen Hirschpark.

Am dritten Tag begann unser Weg auf dem idyllischen Holzsteg von Rapperswil hinüber nach Hurden. Dann wanderten wir entlang eines Naturschutzgebiets mit einem grossen Schutz-Gelände speziell für Kiebitze, den bedrohten Bodenbrüter-Vögeln.

Bis zur Passhöhe des Etzels erwartete uns anschliessend eine Herausforderung, ging es doch steil bergauf, dafür hatten wir oben einen tollen Ausblick auf den oberen Zürichsee.
Einige bekamen bei diesem Aufstieg ihre körperlichen Grenzen zu spüren.

Eine weitere Legende aus dem Mittelalter, die wir auf der Passhöhe hörten besagt, dass auf dem Etzel einst der Mönch Meinrad lebte, der von der Reichenau kommend dorthin gelangt war. Zwei Raben wohnten bei Meinrad in seiner Klause. Als der Mönch dann später von zwei Räubern erschlagen wurde, verfolgten die Raben die Mörder angeblich bis nach Zürich, wo sie ergriffen und hingerichtet wurden. Soweit die Legende.

Die beiden Raben sind bis heute die Wappentiere von Kloster und Dorf Einsiedeln.
Das Kloster Einsiedeln ist der grösste Wallfahrtsort der Schweiz und eine bedeutende Station auf dem Jakobsweg.

Müde aber glücklich und um einige Erfahrungen reicher, erreichten wir schliesslich unser Ziel Einsiedeln.

Einige hatten unterwegs als kreative Schreibübung auch ein so genanntes 11-chen geschrieben (eine Art Gedicht mit 11 Wörtern) wie z.B. folgendes:

Pilgern
Neue Wege
Durchhalten, Grenzen überwinden
Ich habe es geschafft
Freude

Dankbar sind wir für das Wetterglück und dass wir es geschafft haben, zum Teil eigene Widerstände zu überwinden und unser Motto umzusetzen: Wir sind miteinander aufgebrochen, miteinander ans Ziel gelangt und gemeinsam auch wieder gut nach Kreuzlingen zurückgekehrt.

Doris Münch
Bereitgestellt: 08.06.2022     Besuche: 89 Monat 
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