Damian Brot

Investition in die Zukunft

Team Open Place (Foto: Inka Grabowsky)

Pfarrer Damian Brot nutzt seinen ersten Bildungsurlaub, um seine Kompetenzen in der Sozialen Arbeit zu vertiefen. Vom 15. August bis zum 15. Februar 2023 nimmt er sich die Zeit, sich mit Kindes- und Erwachsenenschutzrecht auseinanderzusetzen und eine Masterarbeit zu «Recht für die Soziale Arbeit» zu schreiben.
Inka Grabowsky,
Er hatte bereits in den vergangenen zwei Jahren berufsbegleitend Module in Sozialhilfe und Sozialberatung absolviert. Motiviert hat den Pfarrer die alltägliche Arbeit im Open Place. Kleiderbörse, verwertBAR, Mittagstisch oder Café ziehen immer mehr Bedürftige an. Viele bräuchten kompetente Beratung im Umgang mit Behörden. «Die Anstellung eines Sozialarbeiters oder einer Sozialarbeiterin können wir uns derzeit nicht leisten, also bilde ich mich selbst weiter», sagt Brot. Das Thema seiner Masterarbeit ist ebenfalls durch das Open Place inspiriert. «Wir sehen hier oft, dass Menschen mit wenig Geld aufhören, ihre Krankenkassenprämien zu bezahlen. Das führt dann zu einer Betreibung und dazu, dass sie - wenigstens hier bei uns im Thurgau – auf einer Liste für säumige Zahler landen. Ich will die Auswirkungen des Leistungsstopps erforschen.»

Fünf Ersatzkräfte
So willkommen der Wissenszuwachs im Open Place auch sein wird, so gross ist die Lücke, die Damian Brots Abwesenheit reisst. Ein Team aus fünf Menschen wird die Aufgaben des Pfarrers unter sich aufteilen. Für die Seelsorge steht Adrian Furrer bereit. Er hat sein Vikariat abgeschlossen und wird im August ordiniert. Bisher musste er die Hälfte seiner Arbeitszeit der Ausbildung widmen. Diese Zeit steht ihm nun für Gottesdienste und seinen 14-täglichen Gesprächskreis zu Glaubensthemen zur Verfügung.

Die pastorale Leitung des Open Place übernimmt Flavia Hüberli mit einem 30-Prozent-Pensum. Sie arbeitet im Hauptjob als Sozialdiakonin bei der landeskirchlichen Fachstelle «Start-up» » www.evang-tg.ch/landeskirche/fachstellen/fachstelle-start-up-kirche.html, wo sie Gemeinden berät, die neue Formen von gemeinschaftlichem kirchlichen Leben erproben wollen – ähnlich wie das Open Place. «Ich bin gespannt auf die Arbeit», gibt sie zu. «Der Platz hier ist so gut und gibt so vielen Menschen Heimat, dass ich mich der Herausforderung gerne stelle.»

Benjamin Arntzen hatte bisher ein Mandat für die Betreuung der Küche. Er führt das Team dort und organisiert die Arbeit. Nun wird er zusätzlich die Social Media Kanäle » Instagram und » Facebook vom Open Place pflegen und ausserdem eine Kooperation mit dem » Offenen Atelier der Stiftung Mansio betreuen. «Wir wollen eine kleine Ausstellung in der Küche machen, um die bisher kahlen Wände mit Kunst zu verschönern.»

Peter Gysler ist als Präsident des Open Place unter anderem für die Kontakte zur Kirchgemeinde zuständig. Ausserdem hat er sich bereit erklärt, das Freiwilligenfest mit zu organisieren und die Datenbank zu führen. Er koordiniert auch die Zusammenarbeit mit der verwertBAR.

Silvia Napo als dienstältester Mitarbeiterin kommt eine Schlüsselrolle zu. Sie ist seit den Anfängen des Open Place im September 2014 dabei. «Sie kennt das Open Place am besten und war auch bei der Lösung eines jeden Problems beteiligt», sagt Damian Brot. «Inzwischen wissen wir, dass es sich lohnt, bei Konflikten die Ruhe zu bewahren», so die Leiterin der Freiwilligen-Gruppe. Rund fünfzig Helfende mit eigenen Bedürfnissen muss sie unter einen Hut bringen. «Wir führen hier viele Gespräche, das hilft ausserordentlich.»
Bereitgestellt: 22.06.2022     Besuche: 7 heute, 68 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch