Andrea Stüven

Gesprächsgruppe für gerechte Sprache - neue Veranstaltung im "mittendrin"

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Gesprächsgruppe für gerechte Sprache

In dieser Gesprächsgruppe möchten wir gemeinsam Texte lesen und auf ihre Stimmigkeit überprüfen. Denn Sprache ist nicht nur ein Medium um Informationen zum Ausdruck zu bringen und weiterzugeben. Sprache gestaltet auch Wirklichkeit, verändert und beeinflusst uns.

Andrea Stüven,



Ort: Evangelisches Kirchgemeindehaus, Bärenstrasse 25
Zeit: Montags von 19.30 bis 21.00 Uhr

Daten
15.01.2018
05.02.2018
26.02.2018
19.03.2018
16.04.2018
07.05.2018
04.06.2018
25.06.2018
20.08.2018
10.09.2018
01.10.2018
22.10.2018
12.11.2018
03.12.2018

Bericht: Brigitte und Klaus Buchholz

Viele Sprachwendungen werden oft einfach übernommenen und nicht mehr daraufhin überdacht, ob diese in unserer Zeit noch Relevanz haben und sich stimmig anfühlen. So kann eine Entfremdung der gelebten Realität gegenüber der durch die Sprache vermittelten Wirklichkeit z. B. im Liedtext, in den Gebetsformeln entstehen, wo insbesondere auch in der sprachlichen Formulierung die weibliche Seite Gottes weitgehendst fehlt. Das fördert die innere Abwendung von der Kirche und verhindert die Integration der christlichen Wertvorstellungen in unser Leben des 21. Jahrhunderts mit all seinem Erkenntnis- und Wissenszuwachs.

Dazu Zitat Cornelia Schinzilarzs: »Das Gerechte Sprechen beschreibt Gedanken, Gefühle, Erlebnisse und gesellschaftliche Verhältnisse so, dass darin die Gleichwertigkeit alles Seienden ausgedrückt wird. Die vorhandenen Unterschiedlichkeiten von Menschen werden als solche benannt und stehen nebeneinander anstatt übereinander. Es geht um die Gleichheit auch in der Differenz.»

Jede sprachliche Äusserung, jeder Text den wir lesen oder hören ist eingebettet in seiner Zeit, ist Teil und Ausdruck des Wissens und der Wahrnehmung in seiner Zeitspanne und beeinflusst diese wiederum. Unser tägliches Denken und Handeln wird dadurch beeinflusst. Was wir sagen und wie wir uns ausdrücken ist von Wichtigkeit, bedarf eines achtsamen Umgangs, ist nicht beiläufig, hinterlässt Spuren und gibt Richtung vor.

So ist es gerade in der jetzigen Epoche, wo so viel über Reformation gesprochen wird und Jubiläums Feiern abgehalten werden höchste Zeit, dass wir der oben genannten Erkenntnis Beachtung schenken. Um es mit Klaus Douglass zu sagen: «Die Reformation liegt als Aufgabe vor uns». Sie liegt nicht 500 Jahre hinter uns.

Als textliche Grundlagen zu einer Annäherung an diese Thematik dienten unter anderem der Text «ABC des guten Lebens», Christel Göttert Verlag; «Die Bibel - übersetzt in gerechte Sprache? Grundlagen einer neuen Übersetzung, Gütersloher Verlagshaus; «Gute Zeiten Bessere Zeiten», Cornelia Schinzilarz, Verlag edition k & s Handtaschenbuch, 2003; «Wirtschaft ist Care», Ein Essay von Ina Praetorius, Heinrich Böll Stiftung; «die neue Reformation», Klaus Douglass c+p Verlag.

Die weibliche Seite Gottes
Gott ist kein Mann und ebenso auch keine Frau. Wie reden wir anhand der Bibel über Gottes weibliche und männliche Seite? Wie formulieren wir entsprechend Gebete und Texte in den Gottesdiensten? Wie formulieren wir Texte und Worte so, dass weder Frauen noch Männer diskriminiert werden? Denn die Sprache prägt auch unser Bewusstsein.

Wirtschaft ist Care
Der Begriff Wirtschaft leitet sich aus den altgriechischen Wörtern oikos (Haus, Haushalt) und nomos (Lehre, Gesetz) ab. Es geht also eigentlich um die Lehre des guten Haushaltens, dass alle bekommen, was sie wirklich benötigen.
Care kommt aus dem Englischen und meint Fürsorge, aber auch Achtsamkeit, Obhut, Pflege, Umsicht.
Es geht um das Bewusstsein von Abhängigkeiten, Bedürftigkeit und Bezogenheit als menschliche Grundkonstitutionen. Letztendlich um «ein Sorgen für die Welt».
Ist es das, was uns einfällt, wenn wir über Wirtschaft sprechen? Oder geht es nur ums Geld und Gewinnoptimierung? …

ABC des guten Lebens
Das "ABC des guten Lebens" ist eine Initiative von Philosophinnen und Ethikerinnen.
Im "ABC des Guten Lebens" finden sich alphabetisch geordnet eine Reihe von Begrifflichkeiten, wie zum Beispiel Abhängigkeit, oder Fülle. Es ist als Ganzes ein Versuch, bekannte Wörter neu zu denken, und neue Wörter zu finden, und lädt ein zur Diskussion darüber.
"Wenn sich der Blick ändert, ändert sich auch die Landschaft."(Zitat Luisa Muraro)

Weiterführende Informationen zur Thematik:
www.boell.de
www.abcdesgutenlebens.de
www.bzw-weiterdenken.de
www.bibel-in-gerechter-sprache.de
www.kick.dich.ch
www.frauensynode.ch

Brigitte und Klaus Buchholz
Pfr. Gunnar Brendler
Pfrn. Andrea Stüven
Bereitgestellt: 12.01.2018     Besuche: 31 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch