Damian Brot

Wir wollen mit Ausdauer laufen

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Palmsonntag – Zeit der länger werdenden Tage und des Frühlingseinzugs, Zeit, wo vor 2000 Jahren Jesus in Jerusalem einzog. Wo er bejubelt wurde als der, mit dem sich all die Sehnsucht der Menschen damals und heute erfüllt, wo Lamm und Löwe friedlich bei einander liegen, wo das Leben seine Tiefe und Fülle findet. Der Jubel damals war wie ein Vorschuss auf die Osterfreude und er kam aus tiefstem Herzen.
Elisabeth Wickihalder-Hörsch,
Lassen Sie vor Ihrem inneren Auge Ihre ganz persönliche Palmsonntagsfreude aufsteigen: wie wird es sein, wenn wir diese schwierige Zeit überstanden haben? Spüren Sie die Freudentränen in Ihren Augen, die Dankbarkeit im Herzen.

Jesu Weg damals führte durch den Karfreitag hindurch, bevor es Ostermorgen wurde. Auch heute liegt ein Schatten der Bedrohung über uns, der uns momentan Vieles abverlangt. Angst und Erschöpfung rauben uns manchmal unsre Freude und Lebensenergie. Im Brief an die Hebräer heisst es in der Bibel:

«Darum wollen auch wir, die wir von einer solchen Wolke von Zeugen umgeben sind, alle Last ablegen … Wir wollen mit Ausdauer laufen in dem Wettlauf, der noch vor uns liegt, und hinschauen auf den, der unsrem Glauben vorangeht und ihn vollendet ,auf Jesus…denkt an ihn, damit ihr nicht müde und mutlos werdet.» (Hebr12, 1-3).

Dreifach wird uns hier Mut zugesprochen: Die Wolke der Zeugen-das Ablegen aller Last- der Blick auf Jesus

Die Wolke der Zeugen, das sind die Menschen, die wir für unser Leben um uns haben. Die schon vor uns ihr Leben bestanden haben. Meine Grossmutter: rüstig bis ins hohe Alter, nahm sie mich mit in den grossen Garten, wo wir säten und ernteten. Sie klagte nie, sagte, was sie dachte, war fröhlich und energisch. Die Lektüre der Bibel und des Andachtsbuchs gehörte zu ihrem Tag genauso wie der Lindeskaffee am Morgen und das Glas Most am Abend. Sie behielt ihre Zuversicht und Freude, obwohl sie 2 Kinder verlor, 40 Jahre Kriegswitwe war und höchst bescheiden lebte. Sie kennen sicher auch solche Vorbilder, oder Sie sind selber eins, wenn Sie daraus schöpfen, was Sie alles schon überstanden und gemeistert haben.

Das Zweite, was jetzt hilft, ist, dass wir alle Last ablegen. All das, was uns täglich auf dem Magen liegt und nachts den Schlaf raubt. Wie wäre es, wenn wir uns getrauen, die dunklen Bilder der Zukunft abzulegen? Die schweren Gedanken weg zu wischen wie auf einer Schiefertafel? Und dann plötzlich entdecken, was uns geschenkt wird und glückt im Leben, jetzt und jeden Tag. Wenn wir den Frühlingsmorgen mit allen Sinnen geniessen, durchatmen und darauf vertrauen, dass da einer ist, der für uns schaut und uns führt, dass wir nicht alles alleine machen müssen.

Das Dritte ist die heilsame Perspektive nach vorn. Lasst uns hinschauen auf Jesus, der unsrem Glauben vorangeht und ihn vollendet. Wir dürfen uns auch heute am Palmsonntag an die österliche Vorfreude halten. In der Bibel hat sie sich am Ostermorgen vollendet. Schon in der Palmsonntagsfreude steckt die Begeisterung fürs Leben, die Erwartung alles Guten und das Gefühl der Leichtigkeit-trotz allem, was schwierig ist und bleibt. Wir dürfen - bei aller Vorsicht und Verantwortung auch in den kommenden Festtagen - darauf vertrauen, dass Gottes Reich der Liebe und des Friedens sich nicht aufhalten lässt.

Texte für die Sonntage zuvor

» Corona und die Angst - 29.03.2020

» Suchet der Stadt Bestes - 22. 03. 2020
Bereitgestellt: 04.04.2020      
aktualisiert mit kirchenweb.ch